Treten Sie der CargoApps-Plattform bei mit

  • einem Routenplaner für Lkw
  • einem Mautberechnungstool
  • einer Fahrzeugkostenanalyse
  • einem Telematiksystem

IMPARGO

December 17, 2023 - 6 min read


Lkw-Maut ab 3,5 Tonnen: wer seit dem 1. Juli 2024 mautpflichtig ist

Aktualisiert: Juni 2026

Seit dem 1. Juli 2024 gilt die deutsche Lkw-Maut nicht mehr erst ab 7,5 Tonnen, sondern bereits ab einer technisch zulässigen Gesamtmasse (tzGm) von mehr als 3,5 Tonnen. Damit sind rund 35.000 leichte Nutzfahrzeuge — Sprinter-Klasse, Transporter mit Anhänger, kleine Verteiler-Lkw — erstmals mautpflichtig, die zwei Jahrzehnte lang außerhalb des Mautregimes lagen. Dieser Beitrag klärt die eine Frage, die für Betreiber leichter Fahrzeuge zählt: Bin ich betroffen, gilt die Handwerkerausnahme für mich, und was kostet es?

Wer seit dem 1. Juli 2024 mautpflichtig ist

Mautpflichtig ist seit dem 1. Juli 2024 jedes Fahrzeug oder jede Fahrzeugkombination mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen, das für den Güterkraftverkehr bestimmt ist oder dafür eingesetzt wird. Die frühere Schwelle von 7,5 Tonnen ist entfallen. Damit fallen erstmals leichte Nutzfahrzeuge in die Mautpflicht, die im Zustell-, Regional- und Handwerkerverkehr verbreitet sind.

Entscheidend ist die Zweckbestimmung: Die Maut greift bei gewerblichem oder werkverkehrlichem Gütertransport. Reine Personentransporte und Fahrzeuge unter der 3,5-Tonnen-Schwelle bleiben außen vor. Wer ein Fahrzeug knapp oberhalb von 3,5 Tonnen tzGm betreibt, sollte den Eintrag in der Zulassungsbescheinigung prüfen, bevor er von einer Befreiung ausgeht.

Warum es auf die tzGm ankommt, nicht auf das Ladegewicht

Maßgeblich ist die technisch zulässige Gesamtmasse (tzGm) aus Ziffer F.1 der Zulassungsbescheinigung Teil I — nicht das tatsächlich geladene Gewicht und auch nicht das zulässige Gesamtgewicht (zGG, Ziffer F.2). Seit dem 1. Dezember 2023 ist bundesweit die F.1-Angabe ausschlaggebend. Beide Werte sind oft identisch, weichen aber häufig genug ab, dass einzelne Fahrzeuge allein durch diese Umstellung in die Mautpflicht gerutscht sind.

Bei Kombinationen werden die F.1-Gewichte von Zugfahrzeug und Anhänger addiert. Ein 3,2-Tonnen-Transporter mit einem 750-kg-Anhänger überschreitet die Schwelle und wird mautpflichtig — ein Punkt, den viele Betreiber leichter Gespanne übersehen.

Die Handwerkerausnahme: Bedingungen und Anmeldung

Für Handwerksbetriebe gibt es eine eng gefasste Ausnahme. Sie befreit Fahrzeuge mit einer tzGm von mehr als 3,5 und weniger als 7,5 Tonnen von der Maut — aber nur, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Das Fahrzeug wird von einem Beschäftigten des Handwerksbetriebs gefahren oder vom Betriebsinhaber selbst.
  • Befördert werden Material, Ausrüstung oder Maschinen, die der Betrieb zur Ausübung seiner Tätigkeit benötigt — oder im eigenen Betrieb hergestellte, be- oder verarbeitete oder reparierte Güter.
  • Der Handwerks- oder handwerksähnliche Betrieb ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I als Fahrzeughalter eingetragen.

Die Ausnahme gilt nicht für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen tzGm und nicht für reinen Speditions- oder Lohnverkehr. Wer unter die Ausnahme fällt, muss seine Fahrzeuge aktiv anmelden: Die Meldung erfolgt seit dem 13. März 2024 über das Toll-Collect-Kundenportal. Ohne Anmeldung wird das Fahrzeug als regulär mautpflichtig behandelt — die Ausnahme greift nicht automatisch.

Kernfakt: Die Handwerkerausnahme ist eine Meldepflicht, kein Automatismus. Ein befreiungsberechtigtes Fahrzeug, das nicht im Toll-Collect-Portal gemeldet ist, gilt bei einer Kontrolle als mautpflichtig — mit der Folge von Mautnachforderung und Bußgeld.

Was die Maut für ein leichtes Nutzfahrzeug kostet

Leichte Nutzfahrzeuge fallen in die unterste Gewichtsklasse 3,5–7,49 Tonnen. Der Mautsatz hängt — wie bei schweren Lkw — von der Schadstoffklasse und der CO₂-Klasse ab. Ein typischer Euro-6-Transporter in CO₂-Klasse 1 zahlt seit dem 1. Juli 2024 15,1 Cent pro Kilometer auf mautpflichtigen Bundesfernstraßen.

Für einen Verteiler-Lkw dieser Klasse mit rund 50.000 mautpflichtigen Kilometern pro Jahr ergibt das etwa 7.550 € Maut pro Fahrzeug und Jahr — eine Kostenposition, die vor Juli 2024 schlicht nicht existierte. Bei drei Fahrzeugen sind das rund 22.650 € jährlich. Viele Kleinbetriebe rechnen diese neue Position noch in ihre Angebotspreise ein; wer sie pro Tour kalkuliert, vermeidet die Überraschung auf der Monatsrechnung.

Vollständige Tarife und CO₂-Klassen

Die Mautsätze für die Klasse 3,5–7,49 t über alle Schadstoff- und CO₂-Klassen — sowie die Mechanik der vier Teilsätze (Infrastruktur, Luftverschmutzung, Lärm, CO₂) — stehen in unserer vollständigen Referenztabelle: Toll-Collect-Mautsätze: die CO₂-Klassen-Tabelle pro Kilometer.

Den allgemeinen Überblick zur deutschen Lkw-Maut — Mautpflicht, Registrierung, Einbuchungswege, Befreiungen und Bußgelder — behandelt der Leitfaden zur Lkw-Maut in Deutschland.

FAQs — Maut ab 3,5 Tonnen

Mein Transporter wiegt leer 2,8 Tonnen. Bin ich mautpflichtig?
Maßgeblich ist nicht das Leergewicht, sondern die technisch zulässige Gesamtmasse (tzGm) aus Ziffer F.1 der Zulassungsbescheinigung. Liegt die tzGm — gegebenenfalls inklusive Anhänger — über 3,5 Tonnen und wird das Fahrzeug für den Güterverkehr genutzt, besteht Mautpflicht.

Gilt die Handwerkerausnahme automatisch?
Nein. Sie muss über das Toll-Collect-Kundenportal angemeldet werden. Ohne Meldung wird das Fahrzeug als mautpflichtig behandelt.

Sind Elektro-Transporter befreit?
Emissionsfreie Fahrzeuge über 4,25 Tonnen tzGm sind bis zum 30. Juni 2031 mautbefreit; Fahrzeuge bis 4,25 Tonnen tzGm sind dauerhaft befreit. Details im Leitfaden zur Lkw-Maut in Deutschland.

Berechnet IMPARGO die 3,5-Tonnen-Maut?
Ja. Das Planner Module hinterlegt die Toll-Collect-Tariftabelle und berechnet die Maut pro Route mit der korrekten Gewichtsklasse, Schadstoff- und CO₂-Klasse — auch für die neue Klasse 3,5–7,49 t.

Die neue 3,5-Tonnen-Maut in jede Route einpreisen

Das Planner Module von IMPARGO berechnet die Toll-Collect-Maut pro Route — für leichte Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen genauso wie für schwere Sattelzüge, mit korrekter Gewichtsklasse, Schadstoff- und CO₂-Klasse, Länderaufschlüsselung und Routenvergleich. In einer 20-minütigen Demo zeigen wir Disponenten, wie sie die neue Mautposition schon beim Angebot kalkulieren.

Demo kostenlos buchen oder Planner Module öffnen →

Impargo-logo

Digitalisieren Sie Ihr Transportunternehmen über Nacht.

© IMPARGO 2026, Alle Rechte vorbehalten.