Das IMPARGO-Glossar für Transport und Logistik
Finden Sie die Definitionen der wichtigsten Begriffe aus der Transport- und Logistikbranche
Ein Sattelzug, amtlich Sattelkraftfahrzeug, ist eine Fahrzeugkombination aus einer Sattelzugmaschine und einem Sattelauflieger, die über eine Sattelkupplung verbunden sind. Der Auflieger hat vorn keine eigene Achse, er liegt mit einem Teil seines Gewichts auf der Zugmaschine auf. Im Englischen heißt der Sattelzug "articulated lorry" oder "semi-trailer truck". Im europäischen Fernverkehr ist er das Standardfahrzeug.
Die Zugmaschine liefert Motor, Antrieb und Fahrerhaus, trägt aber selbst keine Ladung. Der Auflieger trägt die Ladung und stützt sich vorn über den Königszapfen auf die Sattelkupplung der Zugmaschine. Abgestellt steht er auf seinen Stützwinden.
Weil sich beide Teile schnell trennen lassen, kann eine Zugmaschine weiterfahren, während ihr Auflieger be- oder entladen wird, oder an einem Treffpunkt den Auflieger mit einem anderen Fahrer tauschen. Für den Führerschein zählt der Auflieger als Anhänger über 750 kg: Wer einen üblichen Sattelzug fährt, braucht deshalb die Fahrerlaubnisklasse CE.
In Deutschland legen § 32 und § 34 StVZO die Grenzen fest. Die wichtigsten Werte entsprechen der EU-Richtlinie 96/53/EG, die für den grenzüberschreitenden Verkehr gilt:
Die Zugmaschine bleibt meist dieselbe, der Auflieger entscheidet, was der Zug transportieren kann:
Auf einen Auflieger mit 13,6 m Ladelänge und 2,48 m Innenbreite passen 33 Europaletten (1.200 × 800 mm): elf Reihen zu je drei. Wie viel davon ein Auftrag belegt, wird in Lademetern, nach denen Teilladungen abgerechnet werden, angegeben.
Auch ein Megatrailer darf nur 4,00 m hoch sein. Er gewinnt Innenhöhe, nicht Außenhöhe: Der Krone Mega Liner zum Beispiel erreicht 3,00 m Innenhöhe, wenn die Zugmaschine eine Sattelkupplungshöhe von 915 mm hat. Megatrailer brauchen deshalb eine Zugmaschine mit niedriger Sattelkupplung, und die Disposition muss beim Kombinieren wissen, welche Zugmaschine passt. Welcher Auflieger zu welchem Auftrag gehört, folgt aus der Transportart. Einen Überblick bieten die Lösungen für FTL, Teilladung, Express, ADR und weitere Transportarten.
Alle drei sind Bauformen des Lastkraftwagens, die allgemeine Lkw-Definition mit den EU-Fahrzeugklassen N1 bis N3 steht in einem eigenen Eintrag. Die Unterschiede in der Praxis:
In Deutschland hängt die Lkw-Maut von Schadstoffklasse, CO2-Emissionsklasse und Gewichtsklasse ab. Über 18 t technisch zulässiger Gesamtmasse zählt zusätzlich die Achszahl. Maßgeblich ist die ganze Kombination: Die technisch zulässigen Gesamtmassen von Zugmaschine und Auflieger werden addiert. Ein üblicher fünfachsiger Sattelzug zählt damit zur Klasse über 18 t mit vier und mehr Achsen, beim CO2-Teilsatz zu einer eigenen Klasse für fünf und mehr Achsen. Die aktuellen Mautsätze je Kilometer und Klasse stehen im Blogbeitrag zur Lkw-Maut.
Für die Disposition heißt das: Mit jedem Auflieger-Wechsel können sich Achszahl, Gesamtmasse und Höhe ändern, und damit die zulässige Route und die Maut. Wer mit Zugmaschinen und Aufliegern im Pool arbeitet, sollte deshalb für jede Tour festhalten, welche Kombination tatsächlich fährt, statt mit einem pauschalen 40-t-Profil zu planen.
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