Das IMPARGO-Glossar für Transport und Logistik
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EPAL steht für die European Pallet Association e.V., einen 1991 gegründeten internationalen Verband ohne Gewinnerzielungsabsicht mit Sitz in Düsseldorf. Er vergibt Lizenzen für die Herstellung und Reparatur von Paletten, lässt seine Lizenznehmer unabhängig kontrollieren und organisiert den offenen EPAL-Palettenpool, in dem Europaletten und andere EPAL-Ladungsträger getauscht werden. EPAL ist weder Behörde noch Normungsinstitut: Der Verband ist Inhaber der Marke, die auf den Paletten steht, und legt fest, nach welchen Regeln sie gebaut, geprüft und getauscht werden.
Bis 1991 wurde die Qualität von Europaletten nur national überwacht. Für immer internationalere Lieferketten reichte das nicht mehr, deshalb gründeten Unternehmer aus der Branche 1991 in München die EPAL. Heute ist der Verband in mehr als 40 Ländern aktiv und arbeitet auf drei Feldern:
Neben der Europalette gehören weitere Ladungsträger zum System, etwa die Paletten EPAL 2 und EPAL 3 im Format 1.200 × 1.000 mm, die Halbpaletten EPAL 6 und EPAL 7, die Gitterbox und seit 2018 die Chemiepaletten CP1 bis CP9. Formate und Einsatzzwecke vergleicht die Übersicht der Palettenarten von der Halbpalette bis zur Chemiepalette.
„Offen“ heißt: Der Pool hat keinen Betreiber, bei dem Paletten gemietet werden. Anders als in Mietpools, in denen die Paletten Eigentum des Poolanbieters bleiben, gehören EPAL-Paletten den Unternehmen, die sie kaufen, und Lizenznehmer, Dienstleister und Anwender haben gleichberechtigten Zugang. Die Regeln für den Tausch setzt EPAL in zwei Dokumenten:
Für Frachtführer heißt das: Ob Paletten getauscht werden, welche und in welcher Klasse, gehört vor der Abholung in den Transportauftrag. Fehlt die Angabe, muss niemand nur helle Paletten zurückgeben; tauschfähig ist dann auch eine stark benutzte Palette der Klasse C. Wer tauscht, fährt außerdem Leerpaletten mit, die Platz und Gewicht kosten. Das gehört in eine Tourenplanung, in der Paletten als Ladeeinheit an jedem Stopp erfasst werden.
Neben dem Oval vergibt EPAL weitere Kennzeichen. Wofür sie jeweils stehen: die EPAL-Kennziffer für den lizenzierten Hersteller und den Produktionsmonat, die fälschungssichere Prüfklammer für die Qualitätskontrolle einer neuen Palette, der Reparaturnagel für eine Reparatur im lizenzierten Betrieb und bei der EPAL Europalette QR ein QR-Code für die Seriennummer, über die sich die Palette mit der transportierten Ware verknüpfen lässt.
Auf welchem Klotz welches Zeichen sitzt und wie Sie eine Palette an der Rampe prüfen, beschreibt der Eintrag zur Europalette mit Maßen, Tragfähigkeit und Prüfpunkten für die Rampe.
Die Europalette stammt von den europäischen Eisenbahnen, die sie 1961 als Standardpalette für den Bahnverkehr einführten. Das ovale EUR-Zeichen geht auf diesen Palettenpool der im Internationalen Eisenbahnverband UIC organisierten Bahnen zurück. Ab Mitte der 1960er-Jahre übernahmen Vorgängerorganisationen der EPAL die Qualitätssicherung, ab 1991 die EPAL selbst.
Bis Juli 2013 trugen auch EPAL-Paletten auf den rechten Eckklötzen das EUR-Zeichen; seit dem 1. August 2013 steht dort ebenfalls das EPAL-Oval. 2014 schlossen EPAL und UIC eine Vereinbarung über die Tauschbarkeit ihrer Paletten. EPAL kündigte sie 2017, weil viele Anwender und Lizenznehmer gemeldet hatten, dass UIC/EUR-Paletten oft nicht die EPAL-Qualität erreichten und viele Fälschungen im Umlauf waren.
Seitdem sind UIC/EUR-Paletten, also Paletten aus dem Bahnsystem mit EUR-Zeichen, im EPAL-Pool nicht tauschfähig, auch wenn sie dieselben Maße haben. Ältere EPAL-Paletten, die neben dem EPAL-Oval noch ein EUR-Zeichen tragen, bleiben dagegen EPAL-Paletten. An der Trennung hat auch die 2023 bekannt gegebene Kooperation der ÖBB Rail Cargo Group mit Baumann Paletten zur Marke EUR nichts geändert. EPAL empfiehlt, beim Kauf und beim Tausch ausdrücklich EPAL Europaletten zu vereinbaren und auf die EPAL-Tauschbedingungen zu verweisen.
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