LKW-Maut Österreich: GO-Maut-Tarife, Streckenmaut und Kosten pro km
Von IMPARGO | Aktualisiert Oktober 2026
Die Lkw-Maut in Österreich kostet 2026 zwischen 0,0587 und 0,6654 € pro Kilometer netto, je nach Achszahl, EURO- und CO₂-Emissionsklasse. Ein Sattelzug mit EURO VI, vier oder mehr Achsen und CO₂-Klasse 1 zahlt 0,5724 € pro Kilometer, 7,7 % mehr als 2025. Diese Tarife gelten seit dem 1. Januar 2026.
Mautpflichtig sind Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse auf Autobahnen, Schnellstraßen und Streckenmaut-Abschnitten. Auf den Alpenquerungen Brenner, Tauern, Karawanken, Pyhrn und Arlberg gelten eigene, höhere Tarife. Dieser Leitfaden zeigt alle Tarife 2026, was sich gegenüber 2025 geändert hat und was eine Transitfahrt kostet. Den Betrag für eine konkrete Strecke liefert der kostenlose Lkw-Maut-Rechner von IMPARGO.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von der IMPARGO-Redaktion geprüft. Alle Tarife geprüft gegen die Tarifblätter der ASFINAG für 2026, Stand Oktober 2026. Alle Beträge netto, zuzüglich 20 % Umsatzsteuer.
Was sich 2026 bei der Lkw-Maut in Österreich ändert
Die Bundesregierung hat die Änderungen für 2026 im Oktober 2025 auf den Weg gebracht (Vortrag an den Ministerrat vom 2. Oktober 2025), die ASFINAG-Tarife ab 1. Januar 2026 setzen sie um. Für Transportunternehmen zählen vier Punkte:
- Infrastrukturanteil eingefroren: Die jährliche Valorisierung der Infrastrukturtarife entfällt einmalig. Für einen Lkw mit vier oder mehr Achsen bleibt der Infrastrukturanteil bei 0,4591 € pro Kilometer, wie 2025.
- Höhere CO₂-Tarife: Die Tarife für die CO₂-Emissionen wurden neu festgelegt, damit die Einnahmen aus den externen Kosten 2026 um 42 Mio. € steigen. In CO₂-Klasse 1 mit vier oder mehr Achsen steigt der CO₂-Zuschlag von 0,0646 auf 0,1033 € pro Kilometer.
- Höherer Zuschlag für Luft und Lärm: Auch dieser Teil steigt, bei EURO VI mit vier oder mehr Achsen von 0,0080 auf 0,0100 € pro Kilometer.
- Bonus für emissionsfreie Lkw bis Ende 2030: Emissionsfreie Fahrzeuge zahlen 75 % weniger Infrastrukturanteil, jetzt festgelegt bis Ende 2030. Mit vier oder mehr Achsen sind das 0,1149 statt 0,4591 € pro Kilometer.
Unterm Strich steigt die GO-Maut 2026 je nach Emissionsklasse um 5 bis 9 %. Am stärksten trifft es ältere Fahrzeuge, kaum betroffen sind emissionsfreie Lkw:
Für Pkw und Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sieht der Ministerratsvortrag ab dem Vignettenjahr 2027 nur noch die digitale Vignette vor. Für Lkw über 3,5 Tonnen ändert das nichts: Sie zahlen weiter fahrleistungsabhängig über ein Fahrzeuggerät.
Mautpflicht: Wer in Österreich GO-Maut zahlt
Auf Autobahnen, Schnellstraßen und Streckenmaut-Abschnitten zahlen Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse (tzGm) eine fahrleistungsabhängige Maut, die GO-Maut. Das gilt für Lkw, Busse und schwere Wohnmobile (ASFINAG, GO-Mautsystem). Maßgeblich ist seit dem 1. Dezember 2023 die tzGm aus Feld F.1 der Zulassungsbescheinigung. Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen brauchen stattdessen eine Vignette, Lkw darüber nicht.
Das Netz ist in viele kurze Mautabschnitte geteilt, bezahlt wird nur die tatsächlich gefahrene Strecke. Die Abrechnung läuft über ein Fahrzeuggerät mit Mikrowellentechnik (DSRC): die GO-Box der ASFINAG, die Toll-Collect-OBU aus Deutschland oder ein Gerät eines EETS-Anbieters.
GO-Box in Österreich: Kosten und Bezahlung
Die GO-Box gibt es an GO-Vertriebsstellen im In- und Ausland gegen ein Bearbeitungsentgelt von 12 €. Über GO Direkt lässt sie sich innerhalb der EU auch zuschicken, für 14,90 € Versandpauschale.
Bezahlt wird im Voraus (Pre-Pay, Aufladung von mindestens 150 und höchstens 750 €) oder im Nachhinein (Post-Pay) mit einem zugelassenen Zahlungsmittel (ASFINAG, GO-Box holen).
Wie Sie die GO-Box montieren, bedienen und was bei einer Ersatzmaut gilt, erklärt unser Leitfaden zu GO-Box-Anmeldung und Ersatzmaut.
Was die Höhe der Maut bestimmt
- Achsanzahl: 2, 3 oder 4 und mehr Achsen. Die Achszahl wird an der GO-Box eingestellt; bei Bussen und Wohnmobilen zählen die Achsen eines Anhängers nicht mit.
- CO₂-Emissionsklasse: von 1 (schlechteste) bis 5 (emissionsfrei).
- EURO-Emissionsklasse: von EURO 0 bis III (schlechteste) bis EURO VI.
- Fahrzeugart: Lkw und Wohnmobile zahlen denselben Tarif, Busse einen eigenen.
- Tageszeit: nur auf der A13 Brenner Autobahn, für Fahrzeuge mit vier oder mehr Achsen.
Im Planner Module von IMPARGO hinterlegen Sie Achszahl, Gewicht, EURO- und CO₂-Klasse einmal im Fahrzeug- und Anhängerprofil. Jede Tour rechnet mit diesen Werten, und der Planner meldet, wenn die Einstellungen einer Tour vom Profil abweichen.
GO-Maut-Tarife 2026 pro Kilometer
Der Kilometertarif besteht aus drei Teilen: dem Infrastrukturanteil (nach CO₂-Klasse), dem Zuschlag für Luftverschmutzung und Lärm (nach EURO-Klasse) und dem Zuschlag für CO₂-Emissionen (nach CO₂-Klasse). Für einen Lkw mit EURO VI, CO₂-Klasse 1 und vier oder mehr Achsen sind das 0,4591 + 0,0100 + 0,1033 = 0,5724 € pro Kilometer. Die Tabelle zeigt die Gesamttarife:
Busse haben eigene Tarife, die die ASFINAG im selben Tarifblatt der GO-Maut ausweist.
LKW-Maut Österreich: Kosten pro km und Vergleich mit Deutschland
Auf normalen Autobahnabschnitten zahlt ein 40-Tonner mit EURO VI und CO₂-Klasse 1 in Österreich 0,5724 € pro Kilometer. In Deutschland zahlt derselbe Sattelzug mit fünf Achsen 0,348 € (Mautsätze der Lkw-Maut in Deutschland). Mit 50 € Maut kommt er in Österreich rund 87 Kilometer weit, in Deutschland rund 144 Kilometer.
Auf den Alpenquerungen liegt der Preis pro Kilometer deutlich höher: Auf dem Brenner zwischen Innsbruck-Amras und der Staatsgrenze sind es tagsüber 1,65 € und nachts 3,15 € pro Kilometer (EURO VI, CO₂-Klasse 1, vier oder mehr Achsen).
Was die Emissionsklasse im Jahr ausmacht
Je 10.000 Mautkilometer auf normalen Abschnitten zahlt ein Lkw mit vier oder mehr Achsen 2026:
- emissionsfrei: 1.189 €
- EURO VI, CO₂-Klasse 4: 5.091 €
- EURO VI, CO₂-Klasse 1: 5.724 €
- EURO IV: 6.324 €
- EURO 0 bis III: 6.654 €
Eine Flotte mit zehn EURO-IV-Sattelzügen, die je 20.000 Kilometer im Jahr auf österreichischen Autobahnen fahren, zahlt damit 12.000 € mehr Maut als dieselbe Flotte mit EURO VI in CO₂-Klasse 1 und 24.660 € mehr als mit CO₂-Klasse 4.
Die Maut ist dabei nur ein Teil des Kilometerpreises: Kraftstoff, Fahrzeug und Fahrer kommen hinzu. Sie können die Kosten pro Kilometer mit der Fahrzeugkostenkalkulation ermitteln.
Streckenmaut in Österreich: Brenner, Tauern und Alpentunnel
Auf fünf besonders teuren Alpenquerungen gelten für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eigene, erhöhte Tarife: A9 Pyhrn Autobahn (Bosruck- und Gleinalmtunnel), A10 Tauern Autobahn (Tauern- und Katschbergtunnel), A11 Karawanken Autobahn, A13 Brenner Autobahn und S16 Arlberg Schnellstraße. Die ASFINAG weist diese Tarife als Betrag für den ganzen Abschnitt aus; abgerechnet wird wie überall über das Fahrzeuggerät (ASFINAG, Tarife GO-Maut).
Auf der A13 Brenner Autobahn und auf der A12 Inntal Autobahn zwischen der Staatsgrenze bei Kufstein und dem Knoten Innsbruck-Amras wird zur Finanzierung des Brenner Basistunnels ein Zuschlag von 25 % auf den Infrastrukturtarif erhoben.
Auf der A13 gilt außerdem für Fahrzeuge mit vier oder mehr Achsen zwischen 22:00 und 5:00 Uhr ein eigener Nachttarif (Unternehmensserviceportal des Bundes, GO-Maut). Er ist fast doppelt so hoch wie der Tagtarif; mit zwei oder drei Achsen kostet die Fahrt tags und nachts gleich viel.
A13 Brenner Autobahn: Innsbruck-Amras bis Staatsgrenze (35 km)
A13 Brenner Autobahn: Innsbruck-Wilten bis Staatsgrenze (34 km)
A12 Inntal Autobahn: Staatsgrenze Kufstein bis Innsbruck-Amras (75 km)
Die A12 ist kein Streckenmaut-Abschnitt; sie wird pro Kilometer mit dem Aufschlag von 25 % auf den Infrastrukturtarif bemautet. Die ASFINAG weist den Betrag für die ganze Unterinntalstrecke im selben Tarifblatt aus:
A10 Tauern Autobahn: Flachau bis Rennweg (47 km)
A9 Pyhrn Autobahn: Bosrucktunnel (10 km)
A9 Pyhrn Autobahn: Gleinalmtunnel (25 km)
A11 Karawanken Autobahn: Karawankentunnel (10 km)
S16 Arlberg Schnellstraße: Arlbergtunnel (16 km)
Was eine Transitfahrt über den Brenner kostet: Rechenbeispiel
Ein Sattelzug mit EURO VI, CO₂-Klasse 1 und fünf Achsen fährt von München nach Verona. In Österreich nutzt er die A12 von Kufstein bis Innsbruck-Amras (75 km) und die A13 bis zur Staatsgrenze am Brenner (35 km):
Zum normalen Kilometertarif würden dieselben 110 Kilometer 62,96 € kosten. Wer den Brenner erst nach 22 Uhr erreicht, zahlt 52,69 € mehr, fast die Hälfte der Österreich-Maut obendrauf. Bei 150 solchen Fahrten im Jahr sind das rund 7.900 €. Ab der Staatsgrenze gilt die italienische Autobahnmaut; die Sätze zeigt unser Leitfaden zur Lkw-Maut in Italien.
Im Planner vergleichen Sie solche Varianten vor der Disposition. Unter den Routing-Modi Schnellste, Kürzeste, Kostenoptimiert und Maut vermeiden wählt Kostenoptimiert die Route nach den gesamten Transportkosten aus Fahrzeug, Fahrer und Maut, Maut vermeiden sucht Strecken mit möglichst wenig Maut (eine Route mit und ohne Maut vergleichen). Beide Modi gehören zum Professional-Tarif, den Sie 14 Tage kostenlos testen können.
Maut in Angebote und Disposition einplanen
Die ASFINAG-Tarife 2025 und 2026 galten jeweils ab dem 1. Januar, und 2026 kamen trotz eingefrorenem Infrastrukturanteil 5 bis 9 % dazu. Wer Rahmenverträge mit Österreich-Relationen hat, sollte die Maut je Relation neu rechnen, bevor die Preise für das nächste Jahr verhandelt werden. Typische Kostenfallen:
- Fehlender Nachweis: Ohne bestätigte CO₂- und EURO-Klasse gilt der teuerste Tarif.
- Falsche Achszahl: Die Achszahl stellt der Fahrer an der GO-Box selbst ein. Die ASFINAG rät, sie vor, während und nach jeder Fahrt zu prüfen, und bietet eine kostenlose Falschzahlerwarnung an.
- Brenner-Nachttarif: Eine spätere Abfahrt kann die Österreich-Strecke um fast die Hälfte verteuern.
- Alpenabschnitte im Durchschnittspreis: Ein Kilometersatz ohne Streckenmaut unterschätzt jede Tour über Brenner, Tauern oder Arlberg.
Im Planner Module rechnen Sie die Maut jeder Route aus dem Fahrzeugprofil, aufgeschlüsselt nach Land und Betreiber, und übernehmen sie in den Angebotspreis.
Viele Relationen auf einmal, etwa für einen Rahmenvertrag, berechnet die Massenkalkulation von Routen per Excel-Upload im Professional-Tarif. Mit „An Fahrer senden“ geht der Auftrag samt geplanter Route an die IMPARGO DriverApp; der Fahrer navigiert genau diese Route und sieht dabei keine Preise.
Häufige Fragen zur Lkw-Maut in Österreich
Was kostet die Lkw-Maut in Österreich pro Kilometer?
2026 zwischen 0,0587 und 0,6654 € netto. Ein 40-Tonner mit EURO VI und CO₂-Klasse 1 zahlt 0,5724 €, in CO₂-Klasse 4 0,5091 €. Auf Streckenmaut-Abschnitten und der A12 gelten höhere Beträge.
Wie stark ist die Lkw-Maut 2026 gestiegen?
Um 5 bis 9 %, je nach Emissionsklasse; für einen EURO-VI-Lkw in CO₂-Klasse 1 mit vier oder mehr Achsen um 7,7 %. Der Infrastrukturanteil blieb gleich, gestiegen sind die Zuschläge für CO₂ sowie Luft und Lärm. Emissionsfreie Lkw zahlen nur 0,8 % mehr.
Was kostet die Brenner-Maut für einen Lkw?
Von Innsbruck-Amras bis zur Staatsgrenze zahlt ein Lkw mit EURO VI, CO₂-Klasse 1 und vier oder mehr Achsen 57,65 € tagsüber und 110,34 € zwischen 22 und 5 Uhr. Mit zwei Achsen sind es 27,63 €, tags wie nachts.
Wie wird die Streckenmaut für Lkw abgerechnet?
Über dasselbe Fahrzeuggerät wie die übrige GO-Maut. Auf den Streckenmaut-Abschnitten gilt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ein gesonderter, erhöhter Tarif, den die ASFINAG als Betrag für den ganzen Abschnitt ausweist. Ein Ticket wie bei Pkw brauchen Lkw dafür nicht.
Brauche ich eine GO-Box, wenn ich eine Toll-Collect-OBU habe?
Nein. Die ASFINAG akzeptiert für die GO-Maut neben der GO-Box auch die Toll-Collect-OBU und Geräte von EETS-Anbietern.
Brauchen Lkw in Österreich eine Vignette?
Nein. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen tzGm zahlen die GO-Maut pro Kilometer. Die Vignette gilt nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und soll ab dem Vignettenjahr 2027 nur noch digital erhältlich sein.
Gilt die GO-Maut auch für Wohnmobile über 3,5 Tonnen?
Ja. Schwere Wohnmobile über 3,5 Tonnen tzGm zahlen GO-Maut zum selben Tarif wie Lkw und brauchen eine GO-Box. Die Achsen eines Anhängers zählen bei Wohnmobilen nicht mit.
Was passiert ohne Nachweis der Emissionsklasse?
Dann rechnet die ASFINAG mit dem höchsten Tarif, also EURO 0 bis III in CO₂-Klasse 1. CO₂-Klasse 1 und EURO 0 bis III müssen nicht nachgewiesen werden, alle besseren Klassen schon.
Wie berechne ich die Maut für eine ganze Route durch Österreich?
Für einzelne Abschnitte reicht der Mautkalkulator der ASFINAG. Für eine Route durch mehrere Länder können Sie die Maut für die ganze Strecke berechnen, etwa von München über den Brenner bis Verona. Wie die Lkw-Maut in den Nachbarländern funktioniert, zeigt unser Überblick zur Lkw-Maut in Europa.
