Das IMPARGO-Glossar für Transport und Logistik

Finden Sie die Definitionen der wichtigsten Begriffe aus der Transport- und Logistikbranche

Was bedeutet ADR in der Logistik?

ADR ist ein in der Logistik weit verbreiteter Begriff für das „Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ (engl. European Agreement concerning the International Carriage of Dangerous Goods by Road). Im Alltag steht „ADR“ für die Vorschriften und Anforderungen, die beim Transport von Gefahrgut per LKW eingehalten werden müssen.

ADR sorgt dafür, dass gefährliche Stoffe und Produkte sicher transportiert werden können – sowohl im nationalen Verkehr als auch im grenzüberschreitenden Straßentransport.


Was regelt ADR?

ADR definiert verbindliche Vorgaben für den Gefahrguttransport, unter anderem für:

  • Einstufung gefährlicher Güter (z. B. entzündbare Flüssigkeiten, Gase, ätzende Stoffe)
  • Verpackungsvorschriften zur Vermeidung von Leckagen und Schäden
  • Kennzeichnung und Gefahrzettel auf Versandstücken
  • Fahrzeugkennzeichnung (z. B. orangefarbene Warntafeln)
  • Beförderungspapiere und Dokumentation für Kontrollen und Nachweise
  • Ausrüstung und Sicherheitsmaßnahmen je nach Gefahrgutklasse
  • Schulungspflichten für Fahrer und beteiligtes Personal

Warum ist ADR wichtig in der Logistik?

Gefahrguttransporte bringen erhöhte Risiken mit sich – für:

  • Fahrer:innen und Mitarbeitende
  • andere Verkehrsteilnehmer
  • Umwelt und Infrastruktur
  • Haftung, Versicherung und Unternehmensrisiken

Durch ADR-konforme Prozesse lassen sich Unfälle vermeiden, Bußgelder reduzieren und Transporte ohne Verzögerungen durchführen.


Typische ADR-Anwendungsfälle

ADR ist relevant für viele Güter, die im Alltag transportiert werden, zum Beispiel:

  • Kraftstoffe (Diesel, Benzin)
  • Aerosole und Druckbehälter
  • Chemikalien für Industrie und Produktion
  • bestimmte Batterien (z. B. Lithium)
  • Reinigungsmittel und Lösungsmittel
  • Farben, Lacke und Klebstoffe

Beispiel:
Wenn ein Transportunternehmen Chemikalien in Fässern befördert, müssen Verpackung, Kennzeichnung, Begleitpapiere und die Qualifikation des Fahrers ADR-konform sein.


ADR-Schulung und Verantwortlichkeiten

Je nach Art und Menge des Gefahrguts benötigen Fahrer:innen einen ADR-Schein (ADR-Schulungsnachweis). Dieser muss regelmäßig erneuert werden.

Unternehmen, die regelmäßig Gefahrgut versenden oder transportieren, brauchen klare Prozesse und Verantwortlichkeiten – z. B. für Dokumentation, Prüfungen vor der Abfahrt, Sicherheitsunterweisungen und die Einhaltung der Vorschriften.


Wie erkennt man ADR-Sendungen?

ADR-Transporte lassen sich häufig erkennen durch:

  • Gefahrzettel auf Verpackungen
  • Gefahrgutangaben in den Transportpapieren
  • Warntafeln/Markierungen am Fahrzeug
  • Das unterstützt auch Einsatzkräfte dabei, im Ernstfall richtig zu reagieren.

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