Das IMPARGO-Glossar für Transport und Logistik

Finden Sie die Definitionen der wichtigsten Begriffe aus der Transport- und Logistikbranche

FTL (Full Truckload): Bedeutung der Komplettladung

FTL steht für Full Truckload, auf Deutsch Komplettladung: Die Sendung eines einzigen Auftraggebers belegt den Lkw allein und fährt ohne Umschlag direkt von der Beladestelle zur Entladestelle. Bezahlt wird der ganze Lkw, auch wenn die Ware den Laderaum nicht vollständig füllt. Das Gegenstück ist LTL (Less than Truckload), bei dem sich mehrere Sendungen einen Lkw teilen. Die Bedeutung der Abkürzung reicht damit über die Ladung hinaus: FTL legt auch fest, wie die Tour geplant und abgerechnet wird.

Wann ein Lkw als voll gilt

„Voll“ heißt nicht immer, dass kein Platz mehr frei ist. Eine Komplettladung stößt an eine von zwei Grenzen, je nachdem, welche zuerst erreicht ist:

  • Laderaum: Ein Sattelauflieger hat rund 13,6 m Ladelänge und etwa 2,48 m Innenbreite. Darauf passen 33 Europaletten (1.200 × 800 mm) in elf Reihen zu je drei. Den belegten Platz misst man in Lademetern, also laufenden Metern Laderaum über die volle Fahrzeugbreite.
  • Gewicht: Ein Sattelzug mit fünf oder mehr Achsen darf in Deutschland 40 t zulässiges Gesamtgewicht haben. Die Nutzlast ist, was nach Abzug des Leergewichts von Zugmaschine und Auflieger übrig bleibt.

Leichte, sperrige Ware wie Dämmstoff füllt die Ladefläche, lange bevor das Gewicht erreicht ist. Schwere Ware wie Stahl erreicht die Nutzlast, während noch Fläche frei ist. In beiden Fällen passt keine weitere Sendung mehr dazu, und der Auftraggeber bucht den Lkw komplett.

Wie ein FTL-Preis entsteht

Weil der Auftraggeber den ganzen Lkw bucht, rechnet der Frachtführer bei FTL nicht pro Palette, sondern pro Tour. In den Preis fließen ein:

  • Kilometerkosten: Kraftstoff, Reifen, Wartung und Wertverlust, meist als Satz in €/km.
  • Zeitkosten: Fahrerlohn und fixe Fahrzeugkosten als Satz in €/h, bezogen auf Fahr-, Lade- und Wartezeit.
  • Maut: je nach Land, Strecke und Fahrzeugklasse.
  • Anfahrt und Rückfahrt: Die Leerfahrt zur Beladestelle und, wenn keine Rückladung gefunden wird, der Weg zurück gehören in die Kalkulation, auch wenn dabei keine Ware fährt.

Auch die Lenk- und Ruhezeiten bestimmen den Preis mit. Nach der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 muss der Fahrer nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit mindestens 45 Minuten Pause machen (aufteilbar in mindestens 15 und danach mindestens 30 Minuten), und die tägliche Lenkzeit beträgt höchstens 9 Stunden, zweimal pro Woche 10 Stunden. Braucht eine Tour mehr Lenkzeit, wird sie zur Mehrtagestour, sofern nicht zwei Fahrer sich abwechseln, und die Zeitkosten steigen.

Komplettladung samt Leer-Rückfahrt kalkulieren? Im Planner Module wählen Sie Fahrzeug, Anhänger und Fahrer mit ihren Sätzen in €/km und €/h, fügen Vor- und Nachlauf oder die Rückkehr zum Ladepunkt hinzu und sehen die Kosten der ganzen Tour einschließlich Maut. FTL-Tour mit Rückfahrt durchrechnen

FTL, Teilladung und LTL im Vergleich

Komplettladung, Teilladung und Stückgut
  FTL (Komplettladung) Teilladung LTL (Stückgut)
Laderaum ganzer Lkw für einen Auftraggeber ein Teil, der Rest für andere Sendungen einzelne Paletten oder Packstücke
Umschlag keiner, direkte Fahrt meist keiner, die Ware bleibt auf einem Lkw über Umschlaglager oder Hub
Abrechnung pro Tour oder Kilometer nach Lademetern, Paletten oder Gewicht pro Sendung nach Gewicht und Entfernung
Passt bei großen Mengen, engen Terminen, empfindlicher Ware mittleren Mengen ohne vollen Lkw kleinen Mengen und vielen Empfängern

 

Die Grenzen sind fließend: Eine feste Palettenzahl, ab der eine Teilladung als Mittelweg zwischen Stückgut und Komplettladung beginnt, gibt es nicht. Den Gegenpol zur Komplettladung beschreibt der Eintrag zu LTL, bei dem Stückgut mehrerer Versender über ein Umschlaglager läuft. Welche Transportart zu welcher Ladung passt, zeigen die Lösungen von IMPARGO je Transportart, von der Komplettladung bis zum Expresstransport.

FTL in der Disposition

Für Disponenten wirkt eine Komplettladung wie die einfachste Tour: ein Auftrag, eine Beladestelle, eine Entladestelle. Die Arbeit steckt in den Details:

  • Zeitfenster: Lade- und Entladezeiten bei Versender und Empfänger bestimmen, wann der Lkw losfahren muss und ob die Lenkzeit bis zur Entladestelle reicht.
  • Standzeiten: Wartet der Lkw an der Rampe, kostet jede Stunde Geld. Halten Sie im Transportauftrag fest, ab wann Standgeld berechnet wird.
  • Rückladung: Am Zielort beginnt die Suche nach der nächsten Ladung. Eine Rückladung in Richtung Heimat oder zur nächsten Beladestelle verkürzt die Leerkilometer und senkt die Kosten der Tour.
  • Abgrenzung zur Teilladung: Bucht der Kunde nur einen Teil des Lkw, darf der Frachtführer den Rest anders vergeben. Bei FTL gehört der Laderaum dem Auftraggeber, auch wenn noch Platz frei ist.

Wie sich Komplettladungen strategisch planen lassen, beschreibt der Beitrag Strategien und Softwarelösungen für den FTL-Transport. Routenplanung mit Mautrechner, Auftragsverwaltung und Flotte für Komplettladungen in einem System zeigt die IMPARGO-Software für das FTL-Transportmanagement.


Impargo-logo

Digitalisieren Sie Ihr Transportunternehmen über Nacht.

© IMPARGO 2026, Alle Rechte vorbehalten.