Das IMPARGO-Glossar für Transport und Logistik
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Tourenplanung, auch Tourplanung genannt, ist das Bündeln von Transportaufträgen zu Touren: Sie legt fest, welche Aufträge zusammen fahren, welches Fahrzeug und welcher Fahrer sie übernehmen und in welcher Reihenfolge die Stopps angefahren werden. Im Straßengüterverkehr macht sie aus einer Liste von Lade- und Entladestellen einen Arbeitstag, der Zeitfenster, Ladekapazität und Lenkzeiten einhält und dabei möglichst wenige Kilometer und wenig Maut kostet.
Die Routenplanung findet den besten Weg zwischen zwei Stopps, für Lkw unter Beachtung von Höhe, Gewicht und Durchfahrtsverboten, so wie es Lkw-Navigationssysteme mit Fahrzeughöhe, Gewicht und Achszahl tun. Die Tourenplanung geht weiter: Sie entscheidet, welche Aufträge überhaupt auf eine Tour gehören, in welcher Reihenfolge die Stopps bedient werden und welches Fahrzeug fährt. Erst danach wird für jede Etappe die Route berechnet.
Die Aufgabe ist älter als jede Software. 1959 beschrieben Dantzig und Ramser sie als "Truck Dispatching Problem" am Beispiel von Tankwagen, die Tankstellen von einem Tanklager aus beliefern und dabei möglichst wenige Kilometer fahren sollen. 1964 stellten Clarke und Wright ein schrittweises Verfahren vor, das schnell eine optimale oder nahezu optimale Lösung liefert, heute als Savings-Verfahren bekannt. Alle Varianten durchzurechnen, scheitert schnell: Für zehn Stopps gibt es bereits 3.628.800 mögliche Reihenfolgen.
Aus diesen Daten entsteht die Reihenfolge, in der die Stopps angefahren werden, und eine möglichst gleichmäßige Auslastung jedes Fahrzeugs.
Bei der statischen Tourenplanung fahren feste Touren in festem Rhythmus, etwa die Belieferung derselben Filialen an festen Wochentagen. Das passt zu wiederkehrenden Verteilerverkehren, wird aber unflexibel, sobald Mengen schwanken. Bei der dynamischen, tagesaktuellen Tourenplanung entstehen die Touren jeden Tag neu aus dem aktuellen Auftragsbestand: Der Disponent plant am Vortag und plant während des Tages um, wenn Aufträge dazukommen, ein Kunde storniert oder ein Stau die Ankunft verschiebt. Bei mehrtägigen Touren im Fernverkehr müssen zusätzlich Ruhezeiten und Zeitfenster über mehrere Tage zusammenpassen.
Eine Tour, die auf der Karte gut aussieht, muss auch rechtlich und wirtschaftlich aufgehen:
Welche dieser Grenzen eine Tour am stärksten prägt, hängt vom Geschäft ab: Ein Verteilerverkehr mit zwanzig Stopps kämpft mit Zeitfenstern und Innenstädten, eine Komplettladung mit Lenkzeiten und Maut, ein Gefahrguttransport mit Tunnel- und Streckenbeschränkungen. Einen Überblick geben die Transportarten von Komplettladung über Verteilerverkehr bis Gefahrgut.
Wer täglich viele Touren plant, rechnet sie nicht mehr von Hand, sondern mit Software für Tourenplanung und Tourenoptimierung im Lkw-Verkehr. Eine praktische Reihenfolge für die eigene Planung, vom Anlegen der Stopps bis zur fertigen Tour mit Zeitfenstern und Pausen, beschreibt die Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine optimierte Lkw-Tour.
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