Das IMPARGO-Glossar für Transport und Logistik
Finden Sie die Definitionen der wichtigsten Begriffe aus der Transport- und Logistikbranche
Die Bedeutung von POL, kurz erklärt: Das Kürzel steht für Port of Loading, auf Deutsch Ladehafen oder Verladehafen, also den Hafen, in dem die Ladung auf das erste Seeschiff ihrer Reise geladen wird. Die Abkürzung stammt aus der Seefracht und steht in Buchungsbestätigung, Manifest und Konnossement. In den Incoterms heißt derselbe Ort Verschiffungshafen. Mit dem POL beginnt der Hauptlauf auf See, alles davor ist Vorlauf, meist auf der Straße.
Eine Seefrachtbuchung nennt bis zu vier Orte, und der POL ist nur einer davon:
Diese Orte stehen im Konnossement, das die Reederei über die Verschiffung ausstellt. Vorsicht bei den Abkürzungen: Den Löschhafen nennen manche Papiere statt POD auch POU (Port of Unloading). Im Straßengüterverkehr steht POD dagegen meist für Proof of Delivery, den Abliefernachweis, und POU im Supply-Chain-Management für den Point of Use, den Ort, an dem Material verbraucht wird.
Wer den Weg bis zum Ladehafen bezahlt und bis wann der Verkäufer das Risiko trägt, regeln die Incoterms. Vier Klauseln gelten nur für den See- und Binnenschiffstransport und hängen am Hafen:
Container übergibt der Verkäufer meist am Terminal, nicht am Schiff. Für Container und Paletten nennt die Internationale Handelskammer (ICC) deshalb FCA (Frei Frachtführer, benannter Lieferort) als passende Klausel. Wie sich Kosten und Pflichten über alle Klauseln verteilen, zeigt der Beitrag alle elf Incoterms 2020 im Vergleich.
Bevor im POL etwas verladen wird, muss die Ware dorthin. Dieser Vorlauf ist meist gewöhnlicher Straßengüterverkehr: Ein Lkw holt Container oder Paletten beim Versender ab und bringt sie zum Terminal. Für jede Abfahrt gelten Fristen, sogenannte Cut-offs:
Ob die Reederei den Vorlauf selbst organisiert (Carrier Haulage) oder der Versender beziehungsweise seine Spedition den Lkw stellt (Merchant Haulage), steht in der Buchung. Übernimmt die Reederei an einem Binnenterminal, endet der Lkw-Vorlauf dort und nicht im Seehafen.
Wer nur Lkw-Verkehre fährt, sagt nicht POL, sondern Ladestelle oder Beladeort: den ersten Stopp der Tour. Im Glossar steht dieser Ort als Point of Origin, der Startpunkt einer Sendung. Bei einem reinen Straßentransport gibt es keinen POL. Bei einer Sendung mit Seestrecke liegen Ladestelle und POL an verschiedenen Orten: Die Tour führt vom Versender (im Export oft mit der Abholung des Leercontainers am Depot davor) zum Terminal im POL, sofern die Reederei die Ware nicht schon an einem Binnenterminal übernimmt.
Für die Disposition ist der Ladehafen damit ein Entladeort mit hartem Zeitfenster, Terminaladresse und Containernummer. In der Tourenplanung und Tourenoptimierung im Planner Module wird er genauso geplant wie eine Rampe beim Kunden: als Stopp mit Adresse und Zeitfenster.
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