Das IMPARGO-Glossar für Transport und Logistik

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POL Bedeutung: Port of Loading (Ladehafen) erklärt

Die Bedeutung von POL, kurz erklärt: Das Kürzel steht für Port of Loading, auf Deutsch Ladehafen oder Verladehafen, also den Hafen, in dem die Ladung auf das erste Seeschiff ihrer Reise geladen wird. Die Abkürzung stammt aus der Seefracht und steht in Buchungsbestätigung, Manifest und Konnossement. In den Incoterms heißt derselbe Ort Verschiffungshafen. Mit dem POL beginnt der Hauptlauf auf See, alles davor ist Vorlauf, meist auf der Straße.

POL, POD und die anderen Orte einer Buchung

Eine Seefrachtbuchung nennt bis zu vier Orte, und der POL ist nur einer davon:

  • Place of Receipt (Übernahmeort): wo die Reederei die Ware vom Versender übernimmt, oft ein Binnenterminal oder Depot.
  • Port of Loading (POL): wo die Ladung auf das erste Seeschiff kommt.
  • Port of Discharge (POD): wo sie vom letzten Seeschiff gelöscht wird.
  • Place of Delivery (Ablieferungsort): wo die Reederei die Ware an den Empfänger übergibt.

Diese Orte stehen im Konnossement, das die Reederei über die Verschiffung ausstellt. Vorsicht bei den Abkürzungen: Den Löschhafen nennen manche Papiere statt POD auch POU (Port of Unloading). Im Straßengüterverkehr steht POD dagegen meist für Proof of Delivery, den Abliefernachweis, und POU im Supply-Chain-Management für den Point of Use, den Ort, an dem Material verbraucht wird.

POL und Incoterms: FAS, FOB, CFR, CIF und FCA

Wer den Weg bis zum Ladehafen bezahlt und bis wann der Verkäufer das Risiko trägt, regeln die Incoterms. Vier Klauseln gelten nur für den See- und Binnenschiffstransport und hängen am Hafen:

  • FAS (Frei Längsseite Schiff, benannter Verschiffungshafen): Der Verkäufer liefert, wenn die Ware neben dem Schiff bereitsteht.
  • FOB (Frei an Bord, benannter Verschiffungshafen): Lieferung und Gefahrübergang, sobald die Ware an Bord ist.
  • CFR und CIF (benannter Bestimmungshafen): Der Verkäufer zahlt die Seefracht bis zum Bestimmungshafen, die Gefahr geht aber schon beim Verladen im Verschiffungshafen über.

Container übergibt der Verkäufer meist am Terminal, nicht am Schiff. Für Container und Paletten nennt die Internationale Handelskammer (ICC) deshalb FCA (Frei Frachtführer, benannter Lieferort) als passende Klausel. Wie sich Kosten und Pflichten über alle Klauseln verteilen, zeigt der Beitrag alle elf Incoterms 2020 im Vergleich.

Der Vorlauf: mit dem Lkw zum Ladehafen

Bevor im POL etwas verladen wird, muss die Ware dorthin. Dieser Vorlauf ist meist gewöhnlicher Straßengüterverkehr: Ein Lkw holt Container oder Paletten beim Versender ab und bringt sie zum Terminal. Für jede Abfahrt gelten Fristen, sogenannte Cut-offs:

  • Gate-in-Cut-off: der späteste Zeitpunkt, zu dem ein voller Container am Terminal sein muss.
  • Dokumenten-Cut-off: Frist für Verschiffungsanweisungen und Zollpapiere.
  • VGM-Cut-off: Frist für das verifizierte Bruttogewicht (Verified Gross Mass) des Containers.

Der Container muss vor dem Gate-in-Cut-off am Terminal sein? Tragen Sie die Frist im Planner Module als Zeitfenster am Terminal-Stopp ein: Mit eingeplanten Lenk- und Ruhezeiten markiert IMPARGO den Stopp rot, sobald der Lkw das Fenster nicht schafft. Cut-off als Zeitfenster einplanen

Ob die Reederei den Vorlauf selbst organisiert (Carrier Haulage) oder der Versender beziehungsweise seine Spedition den Lkw stellt (Merchant Haulage), steht in der Buchung. Übernimmt die Reederei an einem Binnenterminal, endet der Lkw-Vorlauf dort und nicht im Seehafen.

Was beim POL schiefgeht

  • Hafen ohne Terminal: Große Häfen haben mehrere Containerterminals. Steht nur "Hamburg" im Auftrag, kann der Lkw am falschen Gate stehen, während die Frist abläuft.
  • Gleichnamige Orte: Eindeutig ist der UN/LOCODE, ein Code aus fünf Zeichen: zwei für das Land, drei für den Ort, etwa DEHAM für Hamburg. Auch Terminals haben eigene Codes, die darauf aufbauen, zum Beispiel DEHAMCTA für das HHLA Container Terminal Altenwerder.
  • Widersprüchliche Papiere: Nennen Buchung, Konnossement und Zollpapiere unterschiedliche Ladehäfen, muss das korrigiert werden, bevor die Ware verschifft wird.
  • Übernahmeort mit POL verwechselt: Der Lkw fährt bis zum Seehafen, obwohl die Reederei die Ware schon im Binnenland übernehmen sollte.
  • Leercontainer vergessen: Im Export holt der Lkw den leeren Container oft vorher an einem Depot ab. Das ist ein eigener Stopp mit eigener Adresse und gehört von Anfang an in die Tour.

POL und Ladestelle im Straßengüterverkehr

Wer nur Lkw-Verkehre fährt, sagt nicht POL, sondern Ladestelle oder Beladeort: den ersten Stopp der Tour. Im Glossar steht dieser Ort als Point of Origin, der Startpunkt einer Sendung. Bei einem reinen Straßentransport gibt es keinen POL. Bei einer Sendung mit Seestrecke liegen Ladestelle und POL an verschiedenen Orten: Die Tour führt vom Versender (im Export oft mit der Abholung des Leercontainers am Depot davor) zum Terminal im POL, sofern die Reederei die Ware nicht schon an einem Binnenterminal übernimmt.

Für die Disposition ist der Ladehafen damit ein Entladeort mit hartem Zeitfenster, Terminaladresse und Containernummer. In der Tourenplanung und Tourenoptimierung im Planner Module wird er genauso geplant wie eine Rampe beim Kunden: als Stopp mit Adresse und Zeitfenster.


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