Was kostet die Maut auf Ihren Relationen?

In einer kurzen Demo rechnen wir eine Ihrer Touren im Planner durch: Maut je Land und Betreiber aus Ihrem Fahrzeugprofil, direkt im Angebotspreis.

IMPARGO

October 16, 2025 - 14 min read


LKW-Maut in Deutschland: Mautsätze, Mautpflicht ab 3,5 Tonnen und Kosten pro Kilometer

Von IMPARGO | Aktualisiert Oktober 2026

Die Lkw-Maut in Deutschland kostet zwischen 11,4 und 51,6 Cent pro Kilometer. Ein typischer 40-Tonner mit Euro-6-Motor, fünf Achsen und CO₂-Klasse 1 zahlt 34,8 Cent pro Kilometer. Diese Sätze gelten unverändert seit dem 1. Juli 2024 und auch im Jahr 2026.

Mautpflichtig sind Fahrzeuge über 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse auf Autobahnen und Bundesstraßen. Emissionsfreie Lkw bleiben bis zum 30. Juni 2031 befreit. Dieser Leitfaden zeigt die vollständige Tariftabelle, wie Sie Ihre Fahrzeuge richtig einstufen, welche Ausnahmen gelten und was die Maut eine Flotte pro Jahr kostet. Den Betrag für eine bestimmte Strecke liefert der kostenlose Lkw-Maut-Rechner von IMPARGO.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von der IMPARGO-Redaktion geprüft. Mautsätze und Rechtsstand geprüft gegen Toll Collect, das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und das Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG), Stand Oktober 2026.

34,8 ct/km
40-t-Sattelzug, Euro 6, ab 5 Achsen, CO₂-Klasse 1
51.000 km
mautpflichtiges Netz aus Autobahnen und Bundesstraßen
30.06.2031
bis dahin sind emissionsfreie Lkw mautfrei

Die Mautsätze sind seit dem 1. Juli 2024 unverändert.

Mautpflicht: Wer in Deutschland Lkw-Maut zahlen muss

Seit dem 1. Juli 2024 gilt die Maut für jedes Fahrzeug mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse (tzGm) von mehr als 3,5 Tonnen, das für den Güterkraftverkehr bestimmt ist oder dafür verwendet wird. Vorher lag die Schwelle bei 7,5 Tonnen. Nach der Schätzung im Gesetzentwurf der Bundesregierung wurden dadurch rund 300.000 zusätzliche Fahrzeuge mautpflichtig.

Auf den Zweck der einzelnen Fahrt kommt es nicht an. Mautpflichtig sind auch Werkverkehr und Privatfahrten mit einem Fahrzeug, das für den Gütertransport bestimmt ist; das stellt das BALM in seinen Fragen und Antworten zur Lkw-Maut klar. Ausländische Fahrzeuge zahlen nach denselben Regeln wie deutsche. Mautfrei sind dagegen Fahrzeuge, die weder für den Güterkraftverkehr bestimmt sind noch dafür verwendet werden, etwa ein reines Wohnmobil in privater Nutzung.

Maßgeblich ist seit dem 1. Dezember 2023 die tzGm aus Feld F.1 der Zulassungsbescheinigung Teil I, nicht mehr das zulässige Gesamtgewicht aus Feld F.2. Eine Ablastung nur auf dem Papier, ohne technische Änderung am Fahrzeug, zählt nicht: Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigt (OVG 9 S 11/24).

Kernfakt: Eine Fahrzeugkombination ist nur dann mautpflichtig, wenn das Zugfahrzeug allein mehr als 3,5 Tonnen tzGm hat. Ein Transporter mit 3,2 Tonnen und einem Anhänger mit 750 Kilogramm bleibt mautfrei, obwohl das Gespann über 3,5 Tonnen liegt.

Erst wenn das Zugfahrzeug selbst mautpflichtig ist, werden die tzGm von Zugfahrzeug und Anhänger addiert. Diese Summe bestimmt dann die Gewichtsklasse. Quelle: Toll Collect, Fragen zur Maut über 3,5 Tonnen.

Auf welchen Straßen die Lkw-Maut gilt

Die Maut gilt auf allen Bundesautobahnen einschließlich der Rastanlagen und auf allen Bundesstraßen, auch innerhalb von Ortschaften. Das mautpflichtige Netz umfasst rund 51.000 Kilometer. Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen sind mautfrei.

Ausgenommen sind wenige Abschnitte:

  • die A6 von der deutsch-französischen Grenze bis zur Anschlussstelle Saarbrücken-Fechingen
  • die A5 von der deutsch-schweizerischen und der deutsch-französischen Grenze bis zur Anschlussstelle Müllheim/Neuenburg
  • der Herrentunnel (B75, Lübeck) und der Warnowtunnel (B105, Rostock), die als privat finanzierte Strecken eine eigene Maut erheben

Die vollständige Übersicht pflegt Toll Collect unter mautpflichtige Straßen.

Wie sich der Mautsatz zusammensetzt

Der Mautsatz pro Kilometer ist die Summe aus vier Teilsätzen. Jeder Teilsatz hängt an einem anderen Fahrzeugmerkmal. Deshalb zahlen zwei Lkw auf derselben Strecke oft unterschiedlich viel. Für den 40-Tonner aus der Einleitung sieht die Rechnung so aus:

  • Infrastruktur: 15,5 Cent, abhängig von Gewichtsklasse und Achszahl
  • Luftverschmutzung: 2,3 Cent, abhängig von der Schadstoffklasse (Euro-Norm)
  • Lärm: 1,2 Cent, je nach Gewichtsklasse zwischen 1,2 und 1,6 Cent
  • CO₂: 15,8 Cent, abhängig von der CO₂-Emissionsklasse

Zusammen ergibt das 34,8 Cent pro Kilometer. Der CO₂-Teilsatz gilt seit dem 1. Dezember 2023 und macht bei diesem Fahrzeug fast so viel aus wie die Infrastruktur. Eingeführt hat ihn das Dritte Gesetz zur Änderung mautrechtlicher Vorschriften mit einem CO₂-Preis von 200 Euro pro Tonne. Die Teilsätze aller Klassen stehen in Anlage 1 des Bundesfernstraßenmautgesetzes.

Lkw-Maut-Tabelle 2026: Mautsätze pro Kilometer

Jedes Fahrzeug wird zunächst in CO₂-Klasse 1 eingestuft, die teuerste Klasse. Die erste Tabelle zeigt deshalb die Sätze für CO₂-Klasse 1 über alle Schadstoff- und Gewichtsklassen. Euro 0 und Euro 1 zahlen denselben Satz.

Mautsätze CO₂-Klasse 1, in Cent pro Kilometer, gültig seit 1. Juli 2024
Quelle: Toll Collect, Mautsätze pro Kilometer seit 1. Juli 2024. Gesamtsatz aus Infrastruktur, Luftverschmutzung, Lärm und CO₂. Stand Oktober 2026.
Schadstoffklasse3,5 bis 7,49 t7,5 bis 11,99 t12 bis 18 tüber 18 t, bis 3 Achsenüber 18 t, 4 Achsenüber 18 t, ab 5 Achsen
Euro 615,117,723,830,332,434,8
Euro 5 / EEV 118,920,527,535,336,338,9
Euro 420,122,128,637,138,841,4
Euro 322,525,032,842,945,447,8
Euro 224,427,534,845,948,751,1
Euro 0 / Euro 124,827,635,048,451,251,6

 

Fahrzeuge mit Euro 6 können in eine bessere CO₂-Klasse eingestuft werden, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Die zweite Tabelle zeigt, wie stark der Satz dann sinkt. Bei einem 40-Tonner liegen zwischen Klasse 1 und Klasse 4 34,8 gegenüber 26,9 Cent pro Kilometer.

Euro-6-Fahrzeuge nach CO₂-Klasse, in Cent pro Kilometer
Quelle: Toll Collect und BFStrMG Anlage 1. Die Klassen 2 und 3 können derzeit nur bestimmte Fahrzeuggruppen schwerer Lkw erreichen (Gruppen 4, 5, 9 und 10).
CO₂-Klasse3,5 bis 7,49 t7,5 bis 11,99 t12 bis 18 tüber 18 t, bis 3 Achsenüber 18 t, 4 Achsenüber 18 t, ab 5 Achsen
Klasse 115,117,723,830,332,434,8
Klasse 214,717,323,429,731,834,0
Klasse 314,416,922,829,031,033,2
Klasse 411,413,718,824,225,826,9
Klasse 5 (emissionsfrei)mautfrei bis 30. Juni 2031, Fahrzeuge bis 4,25 t tzGm dauerhaft

 

Gewicht, Achsen und CO₂-Klasse richtig einstufen

Drei Angaben entscheiden, in welcher Zeile der Tabelle ein Fahrzeug landet: Gewichtsklasse, Achszahl und CO₂-Klasse. Fehler bei diesen Daten kosten Monat für Monat Geld, entweder durch zu hohe Maut oder durch Nachforderungen bei einer Kontrolle.

Gewichtsklasse und Achszahl

Die Gewichtsklasse ergibt sich aus der tzGm (F.1), bei Kombinationen aus der Summe der tzGm aller Fahrzeugteile. Bei der Achszahl zählt eine Tandemachse als zwei, eine Tridemachse als drei Achsen. Liftachsen werden immer mitgezählt, auch wenn sie während der Fahrt angehoben sind.

Beispiel: Ein Sattelzug mit fünf Achsen, von denen eine eine Liftachse ist, bleibt auch mit angehobener Liftachse in der Klasse ab 5 Achsen. Bei Euro 6 und CO₂-Klasse 1 sind das 34,8 statt 32,4 Cent pro Kilometer.

Wer ihn als Vierachser einbucht, zahlt zu wenig Maut und riskiert eine Nachforderung samt Bußgeld.

Damit diese Angaben nicht bei jeder Kalkulation neu eingetippt werden, hinterlegen Disponenten im Planner Module von IMPARGO Achszahl, Gesamtgewicht, Euro- und CO₂-Klasse einmal im Fahrzeug- und im Anhängerprofil. Jede Tour rechnet die Maut dann mit diesen Werten, und weichen die Einstellungen einer Tour vom Profil ab, weist der Planner darauf hin.

CO₂-Klasse

Eine bessere CO₂-Klasse als Klasse 1 gibt es nur für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab dem 1. Juli 2019. Die Einstufung beantragen Sie im Toll-Collect-Kundenportal mit Nachweisen wie der Zulassungsbescheinigung, der Kundeninformationsdatei (CIF), der Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) oder einem Einzelgenehmigungsbogen. Details erklärt Toll Collect zu den CO₂-Emissionsklassen.

Eine Einstufung gilt nicht für immer. Die Klassen 2 und 3 werden alle sechs Jahre ab Erstzulassung neu bestimmt, die Klassen 1, 4 und 5 sind unbefristet. Seit dem 1. Juli 2026 gelten für Lkw über 16 Tonnen strengere EU-Referenzwerte (Meldung von Toll Collect). Bei Neuanschaffungen sollten Sie die CO₂-Klasse deshalb nach den aktuellen Werten prüfen lassen, nicht nach dem Datenblatt eines Vorgängermodells.

Hinweis: Zwischen CO₂-Klasse 1 und Klasse 4 liegen bei einem 40-Tonner 7,9 Cent pro Kilometer. Bei 100.000 mautpflichtigen Kilometern im Jahr sind das 7.900 Euro pro Fahrzeug und Jahr. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre nach Juli 2019 zugelassenen Fahrzeuge noch in Klasse 1 geführt werden.

Was die Lkw-Maut eine Flotte pro Jahr kostet

Die Maut wächst linear mit den mautpflichtigen Kilometern. In Flottengrößen gerechnet werden die Beträge greifbar. Drei typische Betriebe, alle mit Euro 6 und CO₂-Klasse 1:

Jährliche Mautkosten, Beispielrechnung
Rechnung: Mautsatz x mautpflichtige Kilometer x Fahrzeuge. Mautsätze laut Toll Collect, Stand Oktober 2026.
BetriebFahrzeugklasseCent/kmkm pro FahrzeugMaut pro Jahr
Fernverkehr, 10 Sattelzügeüber 18 t, ab 5 Achsen34,8100.000348.000 €
Verteilerverkehr, 5 Lkw12 bis 18 t23,860.00071.400 €
Kleinbetrieb, 3 Transporter3,5 bis 7,49 t15,150.00022.650 €

 

Für den Kleinbetrieb ist das eine Position, die es vor Juli 2024 nicht gab. Wer sie nicht pro Tour in die Angebotspreise einrechnet, finanziert sie aus der eigenen Marge. Für die Fernverkehrsflotte entfällt die Maut dagegen vollständig, sobald sie auf emissionsfreie Fahrzeuge umstellt, solange die Befreiung bis Mitte 2031 gilt.

Die Maut ist dabei nur ein Teil des Kilometerpreises. Kraftstoff, Fahrzeug und Fahrer kommen hinzu, und erst die Summe zeigt, ob eine Tour Geld verdient. Sie können die Kosten pro Kilometer mit der Fahrzeugkostenkalkulation ermitteln.

Was kostet die Maut auf Ihren eigenen Touren? Das Planner Module von IMPARGO rechnet die Maut jeder Route mit Achszahl, Gewicht, Euro- und CO₂-Klasse aus Ihrem Fahrzeugprofil, schlüsselt sie nach Land und Betreiber auf und übernimmt sie auf Wunsch direkt in den Angebotspreis. Im kostenlosen Basic-Tarif die erste Tour durchrechnen

Wie sich die Lkw-Maut entwickelt hat

Die Lkw-Maut gibt es seit 2005, zunächst auf den Bundesautobahnen. In zwei Stufen, 2012 und 2015, kamen rund 2.300 Kilometer vierstreifige Bundesstraßen hinzu. Am 1. Oktober 2015 sank die Mautgrenze von 12 auf 7,5 Tonnen, seit dem 1. Juli 2018 sind alle Bundesstraßen mautpflichtig. Es folgten der CO₂-Teilsatz am 1. Dezember 2023 und die Grenze von 3,5 Tonnen am 1. Juli 2024 (Bundesministerium für Verkehr zur Lkw-Maut).

Für einen Euro-6-Sattelzug mit 100.000 mautpflichtigen Kilometern im Jahr hat sich die Maut seit 2022 fast verdoppelt. Der Sprung kam fast vollständig durch den CO₂-Teilsatz.

Maut pro Jahr, Euro-6-Sattelzug, 100.000 km
Über 18 t; 2022 und 2023 Klasse ab 4 Achsen, seit 2024 ab 5 Achsen. Quelle: BFStrMG mit Anlagen und Toll Collect.
ZeitraumCent/kmMaut pro Jahr
202218,318.300 €
2023 (bis November)19,019.000 €
seit 1. Juli 2024, CO₂-Klasse 134,834.800 €
seit 1. Juli 2024, CO₂-Klasse 426,926.900 €
emissionsfreier Lkw0,00 € (bis 30. Juni 2031)

 

Zum Vergleich: Nach der Neuregelung zum 1. Januar 2023 reichten die Sätze von 9,8 bis 35,4 Cent pro Kilometer. Ältere Euro-Klassen stiegen damals am stärksten, Euro 0 und Euro 1 über 18 Tonnen ab 4 Achsen um 36,2 Prozent.

Für Speditionen folgen daraus drei praktische Punkte:

  • Die CO₂-Klasse gehört auf das Vergleichsblatt beim Lkw-Kauf, neben Verbrauch und Preis. Zwei Euro-6-Zugmaschinen können je nach zertifiziertem CO₂-Wert bei 100.000 km bis zu 7.900 Euro Maut pro Jahr auseinanderliegen.
  • E-Lkw rechnen sich über die Maut schneller. Gegenüber einem Diesel in CO₂-Klasse 1 spart ein emissionsfreier 40-Tonner bei 100.000 km rund 34.800 Euro Maut pro Jahr, solange die Befreiung gilt.
  • Frachtverträge brauchen eine klare Mautklausel. Verträge, die nur auf den aktuellen Toll-Collect-Tarif verweisen, lassen offen, wer CO₂-Klasse und künftige Änderungen trägt. Bei Nachverhandlungen hilft es, die Mautkosten pro Relation genau zu kennen; die Massenkalkulation von Routen im Planner rechnet alle Relationen eines Rahmenvertrags per Excel-Upload auf einmal, Maut inklusive.

Ausnahmen und Befreiungen von der Lkw-Maut

Handwerkerausnahme

Fahrzeuge mit mehr als 3,5 und weniger als 7,5 Tonnen tzGm sind von der Maut befreit, wenn eine Fahrt alle Bedingungen erfüllt. Die Ausnahme gilt pro Fahrt, nicht pro Fahrzeug:

  • Das Fahrzeug fährt eine Person, die im Handwerksbetrieb beschäftigt ist.
  • Befördert werden Material, Ausrüstung oder Maschinen, die der Betrieb für seine Leistungen braucht, oder Waren, die im eigenen Betrieb hergestellt, verarbeitet oder repariert wurden.
  • Das Gewerbe steht auf der Liste der Handwerke und handwerksähnlichen Gewerbe des BALM.
  • Es handelt sich nicht um einen Transport für Dritte, auch nicht für einen anderen Handwerksbetrieb.

Eine Kilometergrenze gibt es nicht, und auch gemietete oder geleaste Fahrzeuge können die Ausnahme nutzen. Die Meldung bei Toll Collect ist seit dem 13. März 2024 möglich und laut Toll Collect freiwillig. Sie lohnt sich trotzdem, weil gemeldete Fahrzeuge seltener zur Kontrolle ausgeleitet werden. Online melden kann nur, wer als Halter in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen ist.

Warnung: Bei einer Kontrolle muss der Fahrer die Ausnahme belegen können, etwa mit Handwerks- oder Gewerbekarte sowie Lieferscheinen oder Aufträgen in deutscher Sprache. Die vollständigen Bedingungen stehen in den Toll-Collect-Antworten zur Handwerkerausnahme.

Emissionsfreie Lkw

Emissionsfreie Fahrzeuge über 4,25 Tonnen tzGm sind bis zum 30. Juni 2031 mautfrei. Das regelt das Vierte Gesetz zur Änderung mautrechtlicher Vorschriften, in Kraft seit dem 1. Dezember 2025. Fahrzeuge bis 4,25 Tonnen sind dauerhaft befreit.

Die Befreiung gilt für batterieelektrische Lkw, für Lkw mit Wasserstoff-Brennstoffzelle und für Wasserstoffverbrenner, die nach EU-Recht als emissionsfrei gelten. Eine früher geplante ermäßigte Maut für emissionsfreie Lkw ab 2026 wurde gestrichen. Mehr dazu bei Toll Collect zu alternativen Antrieben.

Weitere Befreiungen

Nach § 1 Abs. 2 BFStrMG sind unter anderem befreit:

  • Kraftomnibusse
  • Fahrzeuge der Streitkräfte, der Polizei, des Zivil- und Katastrophenschutzes, der Feuerwehr und anderer Notdienste sowie des Bundes
  • Fahrzeuge, die ausschließlich für Straßenunterhaltung und Straßenbetrieb eingesetzt werden, einschließlich Straßenreinigung und Winterdienst
  • Fahrzeuge von Schaustellern und Zirkussen
  • Fahrzeuge gemeinnütziger Organisationen für humanitäre Hilfstransporte
  • land- und forstwirtschaftliche Transporte im Sinne des Güterkraftverkehrsgesetzes

Kommunale Fahrzeuge sind dagegen laut BALM grundsätzlich mautpflichtig. Befreit sind sie nur, wenn sie für einen der genannten Zwecke eingesetzt werden, also etwa im Winterdienst oder bei der Feuerwehr.

Halter nicht mautpflichtiger Fahrzeuge können diese freiwillig bei Toll Collect registrieren lassen. Eine Pflicht dazu gibt es nicht, und die Befreiung gilt auch ohne Registrierung. Registrierte Fahrzeuge werden aber nicht unnötig zur Kontrolle ausgeleitet. Welche Nachweise je Fahrzeugart nötig sind, zeigt Toll Collect zur Mautbefreiung.

Lkw-Maut einbuchen, bezahlen und erstatten lassen

Toll Collect bietet drei Wege zur Einbuchung, zwei davon ohne Mautgerät:

  • On-Board-Unit (OBU, das Mautgerät): ein Gerät von Toll Collect oder von einem EETS-Anbieter, das die Maut automatisch erfasst. Für Vielfahrer der einfachste Weg.
  • TollNow-App: Die App erfasst die Strecke während der Fahrt per GPS und bucht die Maut teilautomatisch. Nutzen können sie registrierte Kunden. Die Rechtsgrundlage schuf das Vierte Mautänderungsgesetz (Meldung von Toll Collect).
  • Vorausbuchung: per App oder online bis zu 24 Stunden vor Fahrtantritt, auch ohne Registrierung. Sinnvoll für Fahrzeuge, die nur selten mautpflichtige Strecken fahren.

Für Flotten, die in mehreren Ländern unterwegs sind, lohnt sich ein EETS-Anbieter (European Electronic Toll Service): ein Gerät und eine Abrechnung für viele Mautsysteme. Die zugelassenen Anbieter führt das EETS-Register des BALM. Wie die Systeme der Nachbarländer funktionieren, erklärt unser Überblick, wie Mautsysteme in Europa funktionieren.

Wurde Maut zu viel oder zu Unrecht gezahlt, können Sie sie beim BALM zurückfordern, in der Regel bis zu drei Jahre nach Ablauf des Jahres, in dem die Fahrt stattfand. Für manuelle Einbuchungen gelten kürzere Fristen und eine Gebühr von 20 Euro je Kennzeichen oder Einbuchungsbeleg. Das Verfahren beschreibt das BALM zur Mauterstattung.

Kontrollen und Sanktionen

Toll Collect betreibt rund 300 Kontrollbrücken an Autobahnen und etwa 600 Kontrollsäulen an Bundesstraßen. Sie prüfen im fließenden Verkehr, ob ein mautpflichtiges Fahrzeug korrekt eingebucht ist; liegt eine korrekte Einbuchung vor, werden die Daten des Fahrzeugs sofort gelöscht. Alle weiteren Kontrollen führt das BALM durch: mobil und stationär rund um die Uhr sowie als Betriebskontrollen bei Transportunternehmen.

Wer die Maut nicht oder nicht vollständig zahlt, muss mit Folgen rechnen:

  • bis zu 20.000 Euro Bußgeld für nicht gezahlte Maut
  • bis zu 10.000 Euro für andere Verstöße, etwa falsche Angaben
  • Nacherhebung für pauschal 500 Kilometer, wenn sich die tatsächlich gefahrene Strecke nicht feststellen lässt
  • eine Sicherheitsleistung vor Ort bei Fahrern aus dem Ausland

Die Kontrollformen beschreibt Toll Collect zur Mautkontrolle. Häufige Fehlerquellen sind falsche Fahrzeugdaten: Gewichtsklasse, Achszahl oder eine falsch eingestellte OBU.

Rechtsgrundlage und Verwendung der Mauteinnahmen

Rechtsgrundlage der Lkw-Maut ist das Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG). Wie hoch sie sein darf, gibt die EU-Wegekostenrichtlinie (Richtlinie 1999/62/EG) vor: Die Maut muss sich an den tatsächlichen Wegekosten orientieren, also an den Kosten für Bau, Ausbau, Erhalt und Betrieb der Straßen. Grundlage der heutigen Sätze ist die Wegekostenrechnung für 2023 bis 2027. Sie weist neben der Infrastruktur auch die externen Kosten für Luftverschmutzung, Lärm und CO₂ aus, daher die vier Teilsätze.

Die Einnahmen aus der Lkw-Maut lagen 2025 bei rund 13,4 Milliarden Euro. Nach Abzug der Kosten für Erhebung, Kontrolle und Mautharmonisierung fließt die Hälfte in die Bundesfernstraßen, die andere Hälfte in Maßnahmen für die Mobilität, ganz überwiegend in die Bundesschienenwege (BMV zur Lkw-Maut).

Lkw-Maut vor der Tour einplanen

Die Maut lässt sich am einfachsten steuern, bevor der Lkw losfährt. Im Planner Module von IMPARGO sehen Disponenten die Maut einer Route je Land und je Mautbetreiber, einschließlich Brücken-, Tunnel- und Sondermauten. Fährkosten sind nicht enthalten und lassen sich als Zusatzkosten erfassen.

Maut vermeiden: Alternativrouten im Planner

In den Routenoptionen des Planners wählen Disponenten den Routing-Modus: Schnellste (Standard), Kürzeste, Kostenoptimiert oder Maut vermeiden. Mit „Maut vermeiden“ plant der Planner eine Route, die mautpflichtige Strecken möglichst umgeht. „Kostenoptimiert“ wählt die Route nach den gesamten Transportkosten aus Fahrzeug-, Fahrer- und Mautkosten. Distanz, Fahrzeit, Kosten pro Kilometer und Maut stehen danach direkt nebeneinander. Schritt für Schritt erklärt das Knowledge Center, wie Sie eine Route mit und ohne Maut vergleichen.

So sehen Sie vor der Disposition, ob die Mautersparnis die längere Fahrzeit aufwiegt. In Deutschland ist das Ausweichpotenzial begrenzt, weil auch alle Bundesstraßen mautpflichtig sind; auf Relationen durch mehrere Länder fällt der Unterschied oft größer aus. Beide Modi gehören zur kostenoptimierten Routenführung im Professional-Tarif, den Sie 14 Tage kostenlos testen können.

Planner Module, Routenoptionen: Routing-Modus mit den Optionen Schnellste, Kürzeste, Kostenoptimiert und Maut vermeiden
Routing-Modus im Planner Module: „Maut vermeiden“ neben Schnellste, Kürzeste und Kostenoptimiert.

Die Mautbeträge lassen sich mit oder ohne Mehrwertsteuer anzeigen. Für Deutschland zeigt die Mautübersicht zusätzlich, was dieselbe Relation vor und nach der Ausweitung auf 3,5 Tonnen kostet. Mit „An Fahrer senden“ geht der Auftrag samt genau geplanter Route an die DriverApp mit Lkw-Navigation: Der Fahrer folgt der mautbewussten Route in der integrierten Navigation und sieht dabei keine Preise oder Kosten.

Wie Mautübersicht, MwSt.-Anzeige und Vorher-Nachher-Vergleich Schritt für Schritt funktionieren, zeigt die Anleitung zur Mautberechnung im Planner im Knowledge Center.

Für eine einzelne Strecke können Sie auch die Maut für eine konkrete Strecke berechnen oder eine Lkw-Route mit Maut und Kosten planen.

Häufige Fragen zur Lkw-Maut in Deutschland

Wie viel kostet die Lkw-Maut pro Kilometer?

Zwischen 11,4 und 51,6 Cent, je nach Gewichtsklasse, Achszahl, Schadstoffklasse und CO₂-Klasse. Den niedrigsten Satz zahlt ein Euro-6-Fahrzeug mit 3,5 bis 7,49 Tonnen in CO₂-Klasse 4, den höchsten ein Euro-0- oder Euro-1-Fahrzeug über 18 Tonnen mit mindestens fünf Achsen.

Was kostet die Maut für einen 40-Tonner?

Ein 40-Tonner mit Euro 6, fünf Achsen und CO₂-Klasse 1 zahlt 34,8 Cent pro Kilometer. Für 500 Kilometer auf Autobahn und Bundesstraße sind das 174 Euro. In CO₂-Klasse 4 wären es 134,50 Euro.

Gilt die Lkw-Maut auch bei Privatnutzung?

Ja, wenn das Fahrzeug für den Güterkraftverkehr bestimmt ist und mehr als 3,5 Tonnen tzGm hat. Auf den Zweck der einzelnen Fahrt kommt es nicht an, auch eine Privatfahrt mit einem Lkw ist mautpflichtig.

Sind Wohnmobile über 3,5 Tonnen mautpflichtig?

Nein, ein reines Wohnmobil in privater Nutzung ist in Deutschland mautfrei, weil es weder für den Güterkraftverkehr bestimmt ist noch dafür verwendet wird. Toll Collect verlangt für eine freiwillige Registrierung als nicht mautpflichtiges Fahrzeug die Eintragung als Wohnmobil in der Zulassungsbescheinigung Teil I und Fotos der Innenausstattung. In anderen Ländern gelten für Wohnmobile über 3,5 Tonnen oft eigene Regeln.

Müssen ausländische Lkw in Deutschland Maut zahlen?

Ja, nach denselben Regeln und Sätzen wie deutsche Fahrzeuge. Sie buchen per OBU eines EETS-Anbieters, per TollNow-App als registrierter Kunde oder per Vorausbuchung. Bei Verstößen wird vor Ort eine Sicherheitsleistung fällig.

Ändern sich die Mautsätze 2027?

Bis Oktober 2026 ist im Bundesfernstraßenmautgesetz keine Änderung der Mautsätze verkündet. Für die Kosten kann sich trotzdem etwas ändern: Seit Juli 2026 gelten strengere Referenzwerte für die CO₂-Klasse von Lkw über 16 Tonnen, und die Befreiung emissionsfreier Lkw endet am 30. Juni 2031. Wie die Maut in den anderen Ländern aussieht, zeigt unser Überblick zur Lkw-Maut in den anderen EU-Ländern.


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