LKW-Maut Spanien 2026: Mautstrecken, Sätze und Via-T-Zahlung
Aktualisiert: Juni 2026
Spanien hat ein teilweise mautpflichtiges Netz für LKW über 3,5 Tonnen: staatlich finanzierte Autovías (A-Straßen) sind kostenlos, privat konzessionierte Autopistas (AP-Straßen) sind mautpflichtig. Seit 2021 schrumpft das Mautnetz schnell, weil Konzessionen auslaufen — mehrere große AP-Autobahnen sind mautfrei geworden, weitere folgen 2026. Dieser Artikel erklärt, welche Strecken noch Maut kosten, die Fahrzeugklassen Pesados I/II, die Via-T-Zahlung, Free-Flow-Maut und wie Sie jede spanische Maut ins Angebot einrechnen, bevor der LKW losfährt.
Mautfreie Straßen: Einsparungen für Spediteure
Spanien hebt Mautgebühren auf, sobald private Konzessionen auslaufen. Mautfrei geworden sind unter anderem:
- AP-7 Tarragona bis La Junquera (mautfrei seit 1. September 2021)
- AP-2 Zaragoza bis El Vendrell (mautfrei seit 1. September 2021)
- AP-4 Sevilla bis Cádiz und Abschnitte der AP-1 — Konzessionen ausgelaufen, jetzt mautfrei
Frühere Schätzungen beziffern die durchschnittliche Ersparnis auf rund 1.900 € pro LKW und Jahr auf den betroffenen Korridoren, laut Fenadismer. Die Liste wächst weiter: Die AP-68 (Bilbao–Zaragoza) soll am 11. November 2026 mautfrei werden, wenn ihre Konzession endet — bis dahin ist sie noch mautpflichtig (siehe Beispiel unten). Prüfen Sie einen Korridor immer vor dem Angebot, denn der mautfreie/mautpflichtige Status einer einzelnen AP-Straße kann sich zum Konzessionsende ändern.
Aktuelle Mautsituation in Spanien
Rund ein Dutzend große AP-Autobahnen bleiben mautpflichtig und werden vom Ministerio de Transportes verwaltet, darunter die AP-6 (Guadarrama-Tunnel), die AP-7 entlang des Mittelmeers (Abertis-Konzession bis 2039), die AP-9 in Galicien sowie die AP-66, AP-46, AP-53 und AP-71. Das Netz teilt sich in:
- Autovías (A): staatliche Schnellstraßen — mautfrei
- Autopistas (AP): privat betriebene Autobahnen — mautpflichtig (je nach Distanz oder Festpreis)
LKW über 3,5 Tonnen und Zugmaschinen mit Anhänger zahlen auf AP-Straßen Maut. Das Ministerium hat eine Tariferhöhung von 3,65–4,68 % auf den staatlich konzessionierten Autopistas ab 1. Januar 2026 beschlossen — die hier genannten Sätze sind Richtwerte und sollten für den konkreten Korridor und das Datum live geprüft werden.
Fahrzeugklassen: Pesados I & II
Spanien teilt schwere LKW nach Achszahl und Zwillingsbereifung in zwei Mautklassen ein:
- Pesados I: LKW mit 2 Achsen (eine mit Zwillingsbereifung) oder 3 Achsen
- Pesados II: LKW mit 4 oder mehr Achsen, inklusive Sattelzüge und Zugmaschinen mit Anhänger
Zahlungsmethoden & Via-T On-Board-Units
LKW-Maut in Spanien kann bezahlt werden mit:
- Bargeld oder Kreditkarte (VISA, Mastercard) an der Mautstation
- Kraftstoff- oder Flottenkarten
- Via-T On-Board-Unit (OBU): automatische Mautabrechnung beim Durchfahren, ohne Halt
Der Via-T-Transponder funktioniert auf allen spanischen AP-Straßen und wird auch in Portugal und Frankreich akzeptiert. Er ist bei über 30 Anbietern erhältlich — siehe viat.es. Viele EETS-Anbieter (DKV, Telepass u. a.) decken Spanien ebenfalls über einen einzigen grenzüberschreitenden Vertrag mit einer Rechnung ab, sodass eine internationale Flotte meist keine reine Spanien-Box benötigt.
Free-Flow-Maut für LKW
Einige spanische Korridore nutzen Free-Flow-Maut — ohne physische Schranken:
- A-636 (Beasain – Bergara): Kennzeichenerkennung, automatische Abrechnung
- Region Barcelona (C-16, C-32): Bezahlung per Bluetooth oder über die Awai-App
Free-Flow hält LKW in Bewegung und erfasst die Maut durchgängig — bedeutet aber auch, dass die Gebühr in einer manuellen Kostenschätzung leicht übersehen wird, weil es keinen Beleg an der Schranke gibt.
Was sich 2026 ändert
Zwei getrennte Entwicklungen sind 2026 für die Kostenplanung relevant:
- Mehr mautfreie AP-Straßen: Die AP-68 (Bilbao–Zaragoza) soll am 11. November 2026 ihre Maut verlieren, wenn die Konzession endet — nach den AP-1-, AP-2-, AP-4- und AP-7-Abschnitten, die seit 2021 bereits mautfrei sind.
- Mögliches Pay-per-Use-System: Ein landesweites Straßennutzungsentgelt für das mautfreie Autovía-Netz wird im Rahmen von EU-Aufbauplan-Verpflichtungen diskutiert, und in Navarra wird ein regionaler Pilot für schwere Fahrzeuge vorbereitet (beginnend mit der A-1). Stand Juni 2026 wurde keine landesweite Pay-per-Use-Maut beschlossen — behandeln Sie dies als Vorschlag, nicht als geltendes Recht, und beobachten Sie das Ministerio de Transportes.
Weitere diskutierte Reformen für den Sektor: Frachtpreise an die Dieselkosten koppeln, eine maximale Wartezeit von einer Stunde an Laderampen und Investitionen in sichere LKW-Parkplätze.
Jede spanische Maut ins Angebot einrechnen
Das Schwierige an der spanischen Maut ist nicht der Satz — sondern dass sich das Mautnetz laufend ändert und Free-Flow-Gebühren keinen Beleg an der Schranke hinterlassen. Eine aus dem Gedächtnis kalkulierte Route kann eine 2021 abgeschaffte Maut enthalten oder eine Free-Flow-Gebühr übersehen, die nie an einer Schranke auftauchte. Das IMPARGO Planner Module berechnet die spanische Maut nach Achsklasse und Fahrzeugprofil als Teil der Routenkosten — zusammen mit Frankreich, Italien, Deutschland und dem Rest Europas — mit Länderaufschlüsselung und MwSt.-Umschalter, sodass der Disponent den Korridor schon beim Angebot korrekt kalkuliert, statt die Maut erst auf der Rechnung zu entdecken.
