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IMPARGO

January 21, 2024 - 6 min read


Lkw-Maut in Italien 2026: Tarife, Zahlung und Routenplanung

Aktualisiert: Juni 2026

Italien erhebt die Lkw-Maut kilometergenau auf rund 6.600 km Autobahn (Autostrade), betrieben von etwa 25 privaten Konzessionären statt von einem einzigen nationalen System. Zum 1. Januar 2026 stiegen die Tarife um durchschnittlich 1,5 % (Spitzenwerte bis 1,9 %), nachdem ein Urteil des Verfassungsgerichts den geplanten staatlichen Tarifstopp blockiert hatte. Für Disponenten bedeutet das in der Praxis: Die Maut für dieselbe Italien-Strecke hängt davon ab, welche Konzessionärsabschnitte Sie befahren, von Achszahl und Höhe des Fahrzeugs sowie von 22 % MwSt. obendrauf — die Kosten müssen also pro Route berechnet, nicht geschätzt werden.

1. Lkw-Mauttarife in Italien 2026

Italien hat keinen einheitlichen nationalen Mautsatz. Jeder Konzessionär legt für seinen Abschnitt einen Einheitspreis (€/km) fest, der mit der gefahrenen Strecke und der Fahrzeugklasse multipliziert wird; hinzu kommen 22 % MwSt. Gebirgsabschnitte mit vielen Viadukten und Tunneln (etwa die Brennerautobahn A22) kosten pro Kilometer mehr als flache Abschnitte, weil der Einheitspreis Bau- und Instandhaltungskosten widerspiegelt.

Zum 1. Januar 2026 stiegen die Tarife um durchschnittlich 1,5 %, die höchsten Anhebungen lagen bei rund 1,9 %. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Anpassungen 2026 nach Konzessionär.

Italienische Autobahnmaut — Anpassung zum 1. Januar 2026
Konzessionär Tarifänderung 2026
Autostrade per l'Italia (größtes Netz) +1,5 %
Salerno–Pompei–Napoli (A3) ≈ +1,9 % (höchste)
Brennerautobahn (A22) +1,46 %
Brescia–Padova, Milano Serravalle, Satap A4, Brebemi, TEEM, Pedemontana Lombarda +1,5 %
Autostrade Alto Adriatico, Strada dei Parchi unverändert
Quelle: Verkehrsministerium (MIT) / Tarifmitteilungen der Konzessionäre, 1. Januar 2026. Tarife inkl. 22 % MwSt. Ein Urteil des Verfassungsgerichts blockierte den geplanten Tarifstopp, sodass die inflationsgebundenen Erhöhungen in Kraft traten.

 

Weil die Erhöhung auf den Einheitspreis jedes Konzessionärs angewandt wird — nicht als pauschaler Aufschlag —, lässt sich die Maut für eine konkrete Italien-Fahrt nur zuverlässig ermitteln, indem man sie für die tatsächliche Route und Fahrzeugklasse berechnet. Der offizielle Mautrechner von Autostrade per l'Italia deckt nur das eigene Netz ab; für eine durchgehende Europaroute muss die Maut über alle befahrenen Konzessionen summiert werden.

2. Wie bezahle ich die Lkw-Maut in Italien?

Die Lkw-Maut in Italien kann auf mehrere Arten beglichen werden:

Elektronische Mautgeräte (für Flotten empfohlen): Telepass, UnipolMove, DKV Box Italia, TollTickets, Axxès. Ein Gerät mit EETS-Funktion zahlt mit einer einzigen OBU die Maut in mehreren europäischen Ländern auf einer Rechnung.

Debit-/Kreditkarten: Visa, Mastercard, American Express, Maestro, V Pay (sowie Fast-Pay-Spuren).

Prepaid-Viacard: eine Prepaid-Karte für automatische und personalbesetzte Spuren im gesamten italienischen Netz. Mehr zur Viacard.

3. Wie wird die Maut berechnet?

Formel: Einheitspreis (€/km) × gefahrene Strecke, summiert über jeden Konzessionsabschnitt, zuzüglich 22 % MwSt., der Gesamtbetrag auf die nächsten 10 Cent gerundet.

Einheitspreis: wird vom verwaltenden Konzessionär festgelegt und spiegelt die Merkmale des Abschnitts wider — flach oder gebirgig sowie die Kosten für Bau, Betrieb und Instandhaltung. Viadukt- und tunnelreiche Gebirgsabschnitte haben einen höheren Einheitspreis.

Geschlossenes System: Die meisten italienischen Mautautobahnen nutzen das geschlossene System — der Fahrer zieht bei der Einfahrt ein Ticket und zahlt bei der Ausfahrt nach gefahrenen Kilometern. Bei Ticketverlust gilt der Höchstbetrag für diese Ausfahrt.

Offenes System: Manche Abschnitte erheben eine feste, streckenunabhängige Maut, die an einer einzigen Schranke ohne Einfahrtsticket gezahlt wird.

Für alle Lkw auf den rund 6.600 km Autostrade in Italien wird Maut erhoben. Schnellstraßen (strada extraurbana principale bzw. „Superstrada") sind mautfrei. Die elektronischen Spuren (gelbe Spuren) dürfen nur Fahrzeuge mit gültiger Mautbox nutzen.

4. Fahrzeugklassifizierung

Die italienische Maut klassifiziert Fahrzeuge zunächst nach der Höhe über der Vorderachse und — bei Lkw — anschließend nach der Gesamtzahl der Achsen der Fahrzeugkombination:

Italienische Maut-Fahrzeugklassen
Klasse Kriterium
Klasse A 2 Achsen, Höhe ≤ 1,3 m über der Vorderachse (z. B. Pkw)
Klasse B 2 Achsen, Höhe > 1,3 m über der Vorderachse (z. B. Solo-Lkw)
Kategorie 3 3 Achsen insgesamt
Kategorie 4 4 Achsen insgesamt
Kategorie 5 5 Achsen oder mehr (typische Sattelzugmaschine mit Auflieger)
Quelle: Fahrzeugklassen-Definitionen von Autostrade per l'Italia. Der anzuwendende Einheitspreis steigt mit der Klasse.

 

5. Routenplanung mit automatischer Mauterfassung

Das Schwierige an einem Italien-Angebot ist nicht ein einzelner Tarif — sondern dass die Maut auf mehrere Konzessionäre mit je eigenem Einheitspreis aufgeteilt, dann mit MwSt. versehen und gerundet wird. Das für jedes Angebot von Hand aus dem Autostrade-Rechner zusammenzurechnen, frisst Disponentenzeit.

Das IMPARGO Planner Module erfasst die Maut für eine Italien-Route automatisch — über jede befahrene Konzession hinweg — und rechnet sie in die vollständigen Lkw-Kosten (Kraftstoff, Fahrerlöhne, Fahrzeug-Gemeinkosten) der Route ein, mit MwSt.-Umschalter für Angebote mit oder ohne MwSt. Dasselbe gilt für das übrige Europa in derselben Ansicht: Eine Deutschland–Italien-Fahrt zeigt Toll Collect, ASFINAG und die italienische Autostrade-Maut zusammen statt in drei getrennten Rechnern.

IMPARGO Planner Module berechnet eine europäische Lkw-Route mit automatischer Mauterfassung inklusive Italien
Automatische Mauterfassung für ganz Europa im IMPARGO Planner Module — Länderaufschlüsselung, MwSt.-Umschalter, Routenvergleich. Planner Module öffnen →

6. FAQs

Wie wird die italienische Lkw-Maut berechnet?
Einheitspreis (€/km) je Konzessionär, multipliziert mit der Strecke auf diesem Abschnitt, summiert über alle befahrenen Konzessionen, zuzüglich 22 % MwSt., gerundet auf die nächsten 10 Cent.

Wie stark stieg die italienische Maut 2026?
Um durchschnittlich 1,5 % ab dem 1. Januar 2026, mit Spitzenwerten um 1,9 % (Salerno–Pompei–Napoli) und dem Brenner bei +1,46 %. Ein Urteil des Verfassungsgerichts verhinderte den geplanten Tarifstopp, sodass die inflationsgebundene Erhöhung griff. Einige Konzessionen (Alto Adriatico, Strada dei Parchi) blieben unverändert.

Ist die Maut auf allen Autobahnen gleich?
Nein. Der Einheitspreis hängt von der Fahrzeugklasse, den Merkmalen des Abschnitts (flach vs. gebirgig) und dem verwaltenden Konzessionär ab — die Kosten pro Kilometer variieren also im Netz.

Wie werden Lkw klassifiziert?
Nach der Höhe über der Vorderachse (Klasse A ≤ 1,3 m, Klasse B > 1,3 m) und dann nach der Gesamtachszahl (Kategorien 3, 4 und 5+). Ein üblicher Sattelzug ist meist Kategorie 5.

Kann ein einziges Gerät die Maut in mehreren Ländern bezahlen?
Ja. Eine EETS-fähige Mautbox zahlt in mehreren europäischen Mautdomänen, einschließlich Italien, auf einer Rechnung.

Welche Straßen sind mautfrei?
Schnellstraßen (strada extraurbana principale / „Superstrada") sind mautfrei; die rund 6.600 km Autostrade sind mautpflichtig.

Die Italien-Maut automatisch in jedes Angebot einpreisen

Das IMPARGO Planner Module erfasst die italienische Autostrade-Maut über jede befahrene Konzession und rechnet sie in die vollständigen Lkw-Kosten ein — zusammen mit Toll Collect, ASFINAG und dem übrigen Europa, mit Länderaufschlüsselung, MwSt.-Umschalter und Routenvergleich. In einer 20-minütigen Demo zeigen wir Disponenten, wie sie eine Italien-Fahrt schon beim Angebot korrekt kalkulieren — ohne Überraschungen auf der Rechnung.

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